Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Wahrscheinlich ist das der abgedroschenste Satz den man als Überschrift für seinen ersten Beitrag wählen kann. Doch ich mochte Hermann Hesse’s literatische Werke schon immer (obwohl das nicht ganz stimmt, denn mein erstes Buch von ihm war „Unterm Rad“, dass ich in einer Erörterung als „Das Rad“ bezeichnete, mein Deutschlehrer hat damals diese Erörterung vor meinen Augen zerrissen mit den Worten: „So etwas will ich nie wieder von dir lesen.“ Ich muss sagen es war berechtigt, mir taugte das Buch nicht und ich hatte es auch nicht gelesen ;)).

Abgedroschen hin oder her. Ich wähle dennoch diesen Satz als Anfang meines ersten Blogbeitrages. Denn etwas Neues zu beginnen ist auch bewegend in vielerlei Hinsicht und macht auch manchmal Angst. Doch wenn man bedenkt, dass wir vielleicht nur einmal leben, nur diese Chance zum Leben haben, sollten wir mutig genug sein, Neues zu probieren, zu versuchen und auszuprobieren.

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend Dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.