Mein Inneres Kind

Ich spreche hier von meinem Inneren Kind - diesen Teil in mir, den ich eine zeitlang versucht habe zu verdrängen - der so beständig war und immer wieder aus dem Unterbewusstsein an die Tür des Bewusstseins klopfte.

Bum, bum, bum…. Ein kleines Kind – immer und immer wieder klopfte es an meine Tür. Wenn ich die Tür nicht öffnete, dann donnerte es zuerst an die Tür, bis ich es bald darauf weinen hörte und es mir leid tat. Doch diese Tür zu öffnen viel mir lange sehr schwer.

Ich spreche hier von meinem Inneren Kind – diesen Teil in mir, den ich eine zeitlang versucht habe zu verdrängen – der so beständig war und immer wieder aus dem Unterbewusstsein an die Tür des Bewusstseins klopfte.

So ein mutiges, kleines Wesen. Irgendwann mit viel Behutsamkeit, Arbeit an mir selbst und professioneller Unterstützung hatte ich den Mut diese Tür zu öffnen, obwohl es mir schwer viel dieses weinende und bedürftige Wesen anzusehen. Zu sehr wollte ich nicht sehen, was zu sehen ist.

Heute viele Jahre später liebe ich dieses Kind von meinem ganzen Herzen. Ich liebe selbst die Bedürftigkeit in diesem Wesen, denn schlussendlich ist es auch meine Bedürftigkeit. Gemeinsam – mein Inneres Kind und ich – lachen wir, tanzen wir, schreiben und malen wir, kuscheln, machen Streifzüge durch die Natur und lieben das Leben.

Mein Inneres Kind hat mich so viel gelehrt – und ja, es war auch oft ein sehr schmerzlicher Prozess, ab und an ist es das noch immer – doch jeder Schritt ist es wert. Es hat mich mit längst vergessenen Seiten und Wünschen in mir in Begegenung gebracht – hat mir meine Liebe zur Kreativität zurück gegeben, mich an meine Lebendigkeit und Lebenslust erinnert.

Nun achte ich auf mein Inneres Kind, setze Grenzen, bin gedulidg, höre zu, erkläre, bewahre Grenzen und bin achtsam. Doch vor allem Lachen wir und machen vieles was uns Freude bereitet.

Mein Inneres Kind ist ein wundervoll buntes, strahlendes Wesen und es ist ein Teil von mir selbst. Schlussendlich hat es mich gerettet und ich habe es, und damit mich selbst gerettet.

Nachsatz: Das innere Kind sind Erfahrungen, Gefühle und Erinnerungen, welche in unserem Gehirn gespeichert sind. Die innere Kindarbeit kann ein schmerzhafter Prozess, doch auch eine sehr wertvolle Ressource sein. Meist sprechen wir vom verletzten inneren Kind, hier geht es um Erinnerungen oder Erfahrungen, welche unangenehme Gefühle mit sich bringen und um die Heilung, Integration und Akzeptanz davon. Doch es gibt auch das gestärkte innere Kind oder Sonnenkind, wie es Stefanie Stahl nennt, welches uns oft auch mit unseren besonderen Talenten und Freuden in Verbinung bringt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.