Perspektivenwechsel

Ich bin ein Zug am Weg von Wien nach Bregenz. Heute fühle ich mich ganz unangenehm voll und unzufrieden. Viel lieber wäre ich gefüllt mit fröhlichen Menschen am Weg zu einem sonnigen Ort am Meer und dort würde ich gern verweilen. Meine Beziehungen sind im ständigen Wandel, doch viel lieber wäre ich einfach gern allein. Ich träume davon ganz frei und bunt zu sein und hinfahren zu können, wohin ich möchte. Ich habe Angst davor irgendwann aussortiert zu werden, dann muss ich sterben. Ich wünsche mir, dass andere mich lieben, sehen und wertschätzen. Nachts halten mich meine Träume wach und die Angst sie nie gelebt zu haben. Das Beste was ich je gemacht habe, ist so schnell zu flitzen, wie es mir nur möglich war und alle gestaunt haben. Doch das Schlimmste war, dass ich einen Menschen überrollt habe, ich habe versucht zu bremsen so gut es ging doch es war zu spät. Das lässt mich auch heute noch schuldig fühlen. Meine liebste Zeit ist, wenn die Sonne den Horizot streift und alles zum Leuchten bringt. Ich bin hier um Menschen von A nach B zu bringen. Ich hoffe, dass ich eines Tages in guter Erinnerung bleibe bei all den Lokomotivführer*innen, die mich gesteuert haben.

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