Vergänglichkeit

Ich bin hier – in diesem Haus, dass mir so fremd und doch so vertraut war. Ich stehe in dieser Eingangshalle, die vom vergangene Prunk erzählt, mit barocken Verzierungen, einer Kuppel mit zerbersten Glas, durch dessen Löcher die Sonnenstrahlen sich ihren Raum suchen und dieser Treppe – die den ganzen Raum einnimmt mit all ihrer Eleganz. Mit ausgebreiteten Armen drehe ich mich im Kreis und wirble den Staub der vergangenen Jahrzehnte auf – in den Sonnenstrahlen funkelt er wie Glitzer und spiegelt den Glanz der vergangenen Zeit wider.

Dann sehe ich mich selbst als eine Andere – im Kleid, das den Boden streift aus einer anderen Zeit, mit hochgesteckten Haar, Edelsteine zieren sich um meinen Hals – in der Mitte der Marmortreppe stehen. Die Eleganz und aufrichte Haltung, die Noblesse, die in jeder Bewegung liegt. Sehe tiefer, sehe die Traurigkeit, die Liebe und den Hass zu dieser Lebensform. Mein Blick schweift fast unmerklich auf die Menschen, welche sich bereits vergnügen – tanzen, lachen, trinken. Die Marmortreppe nach unten schreitend, erfüllt mit einer Ruhe und Schönheit, die mir in kühnsten Träumen nicht für möglich schien – verstummen die Gäste und blicken nach oben und sehen mich. Meine Füße bewegen sich über den Marmor als wären sie auf magische Weise, wie Magnete miteinander verbunden. Alle Augen auf mich gerichtet. Ich erkenne, wie ich diese Aufmerksamkeit um Schönheit liebe und hasse und tief innen wusste, dass sie irgendwann einfach verblasse.

In diesem Moment löst sich das Bild auf und ich stehe wieder im Haus, das von anderen Zeiten erzählen zu schien – wie fremd und doch so vertraut es mir ist – der Staub legt sich. Wie vergänglich und kurz doch unser Menschleben ist…

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